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Ergebnisse aus der Verhaltensbiologie

Tauben können sich zu einer Plage entwickeln, wenn sie in großer Zahl auftreten. Neben der Tatsache, dass Taubenkot die Bausubstanz zerstört, tragen Tauben auch verschiedene Krankheitserreger in sich.

Es gibt nur wenige geeignete Abwehrmethoden, um zu verhindern, dass sich Tauben auf Gebäuden oder Balkonen niederlassen.

Eine neue Methode ist eine aus Kunststoff gefertigte Attrappe von einer Rabenkrähe. Diese Rabenkrähenattrappe besteht aus Polyäthylen und ist eine farb- und größengetreue Nachbildung einer echten Rabenkrähe (Corvus corone corone).

Die Idee kam von dem Hamburger Kaufmann Marc Lenzen. Dieser hatte einen von Touristen gefütterten Taubenschwarm beobachtet, in dessen Mitte eine Rabenkrähe auf einem Stein saß. Um die Krähe herum war ein taubenfreier Kreis von ungefähr zwei Metern. Als sich Jahre später auf seinem Balkon Tauben niederließen, nutzte er diese Beobachtung, indem er eine ausgestopfte Rabenkrähe zum Einsatz brachte - mit dieser konnte er die Tauben von seinem Balkon fernhalten.

Um nun die Effektivität der aus Kunststoff gefertigten Rabenkrähenattrappe zu untersuchen, wurde im Rahmen einer Examensarbeit an der Universität Hamburg eine Studie durchgeführt. Für die Untersuchung wurden neun Wohnblocks mit Balkonen in Hamburg ausgewählt. Es handelte sich um Bauten, die in Kerngebieten der Hamburger Stadttaubenbestände lagen. Alle Inhaber der Wohnungen hatten über Belästigungen durch Tauben auf dem Balkon geklagt. Die Balkone wurden abwechselnd, nach dem Kauf einer Rabenkrähenattrappe, insgesamt 32 Wochen lang beobachtet.

Die Ergebnisse dieser Studie zeigen, dass nach Aufstellen der künstlichen Rabenkrähe die Tauben ausweichendes Verhalten zeigten. Die Tauben hielten einen Abstand von durchschnittlich 2,47 m zu der Rabenkrähenattrappe ein. Hauptsächlich zeigte sich eine signifikante Verringerung der Tauben vor allem in einem Radius von 4 m. Alle Balkone blieben in der Beobachtungszeit taubenfrei.

Zusammenfassung einer Examensarbeit unter Dr. Ralf Wanker, Biozentrum Grindel